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Lastmanagement für Firmen-Ladepunkte: So planen Sie den Bedarf

Firmenwagen an zwei Ladepunkten neben einem geschlossenen Stromverteiler.

Mehr Ladepunkte bedeuten nicht zwangsläufig, dass alle Fahrzeuge gleichzeitig mit voller Leistung laden müssen. Lastmanagement verteilt das verfügbare Leistungsbudget. Für Unternehmen ist entscheidend, ob ihre Fahrzeuge damit bis zur nächsten Abfahrt ausreichend Energie erhalten.

Dieser Beitrag erklärt die Planung aus Betreibersicht. Er enthält ein vereinfachtes Rechenbeispiel und ersetzt keine elektrische Auslegung. Stand: 29. Oktober 2026.

Statisches und dynamisches Lastmanagement

Beim statischen Lastmanagement bekommt die Ladeanlage ein festes Leistungsbudget. Beim dynamischen Lastmanagement wird das Budget anhand der aktuellen Situation am Standort angepasst, beispielsweise unter Berücksichtigung weiterer Verbraucher.

Als technisches Beispiel unterscheidet das Inbetriebnahmeprotokoll von MENNEKES zwischen statischer Begrenzung, dynamischer Steuerung mit externem Zähler und der Anbindung an ein Energiemanagementsystem. Es dokumentiert außerdem, ob ein Zähler den Gesamtverbrauch oder nur externe Verbraucher erfasst. Das Dokument gilt für die dort genannten Produkte; es ist keine allgemeine Kompatibilitätszusage für andere Ladegeräte.

Warum Kilowatt und Kilowattstunden getrennt gehören

Kilowatt (kW) beschreiben die Leistung, Kilowattstunden (kWh) eine Energiemenge. Ein Fahrzeug mit langer Standzeit kann seinen Energiebedarf möglicherweise auch mit geringerer Leistung decken. Für die Planung gehören deshalb Energiebedarf und verfügbares Zeitfenster zusammen.

Eigene Modellrechnung, keine Standortmessung: Zehn Fahrzeuge sollen jeweils 20 kWh zusätzliche Energie in ihren Batterien erhalten. Insgesamt sind das 200 kWh. Bei acht Stunden gemeinsamer Standzeit ergibt sich ohne Verluste eine durchschnittlich benötigte Leistung von 25 kW. Nimmt man beispielhaft einen Gesamtwirkungsgrad von 90 Prozent an, werden rund 222 kWh am Anschluss beziehungsweise durchschnittlich 27,8 kW benötigt.

Die angenommene Effizienz ist kein Messwert eines bestimmten Fahrzeugs. Das Ergebnis ist eine Energiebilanz, keine Empfehlung für die Anschlussdimensionierung. Unterschiedliche Ankunftszeiten, technische Mindestleistungen, Ladepausen, Fahrzeuggrenzen und andere Standortlasten können die tatsächlich benötigte Auslegung verändern.

Welche Daten vor einem Angebot vorliegen sollten

  • Anzahl der Fahrzeuge sowie typische Ankunfts- und Abfahrtszeiten.
  • Benötigte Energiemenge je Fahrzeug und Tag, einschließlich Tagen mit hoher Nutzung.
  • Vorhandene Anschlusskapazität und zeitlicher Verlauf weiterer Verbraucher.
  • Unterschiede zwischen Dienstwagen, Besucherfahrzeugen und betrieblich kritischen Fahrzeugen.
  • Geplante Erweiterung, vorhandene Photovoltaik und gegebenenfalls Speicher.

Ein Durchschnittstag allein kann Engpässe verdecken. Ergänzen Sie beispielsweise einen Tag mit früher Abfahrt mehrerer Fahrzeuge und einen Tag mit hoher Produktionslast. Diese Szenarien helfen, Angebote anhand desselben Bedarfs zu vergleichen.

Prioritäten und Ausfälle im Angebot klären

Unsere Empfehlung für das Lastenheft: Beschreiben Sie, welche Fahrzeuge zuerst versorgt werden sollen und welche Wartezeit akzeptabel ist. Fragen Sie außerdem nach dem Verhalten bei Messwertausfall, unterbrochener Kommunikation oder fehlender Internetverbindung. Lassen Sie die vorgesehene Rückfallstrategie erklären und bei der Abnahme prüfen.

Die konkrete Installation und Schutztechnik gehören in die Hände qualifizierter Fachkräfte. Betreiber sollten sich die relevanten Leistungsgrenzen und das Abnahmeprotokoll übergeben lassen, damit spätere Erweiterungen auf dokumentierten Einstellungen aufbauen.

Eine kleine Abnahmeliste

  1. Mehrere Fahrzeuge gleichzeitig anschließen und die Verteilung beobachten.
  2. Mit dem Fachbetrieb eine Änderung der sonstigen Standortlast prüfen.
  3. Priorisierung und Abfahrtsziele anhand vereinbarter Szenarien testen.
  4. Das vereinbarte Verhalten bei Kommunikationsausfall kontrolliert nachweisen lassen.
  5. Zuständigkeit für Störungen, Updates und Erweiterungen dokumentieren.

Mittelstands-Check

Nutzen: Lastmanagement kann vorhandene Kapazität bedarfsgerecht verteilen. Grenze: Es erzeugt keine zusätzliche Energie und garantiert allein keine rechtzeitige Ladung. Nächster Schritt: Fahrprofile und Standortlasten gemeinsam erfassen, bevor Ladegeräte ausgewählt werden.

Weiterlesen: Ladeinfrastruktur im Unternehmen – vom Fahrprofil zum Standortkonzept.

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