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Technikradar für den Mittelstand

Fernwartung im Mittelstand: Checkliste für Betriebe

Laptop mit symbolischer geschützter Verbindung vor einer geschlossenen Maschine – KI-generierte Illustration.

Eine Maschine steht, der Service kann aus der Ferne helfen. Doch wer darf sich verbinden, was darf verändert werden und wer gibt die Anlage anschließend wieder frei? Diese Fragen gehören in einen dokumentierten Ablauf, bevor die nächste Störung eintritt.

Die DGUV-Publikation FBHM-133 beschreibt Fernwartung als Möglichkeit, Vor-Ort-Einsätze und Ausfallzeiten zu reduzieren. Zugleich betrifft sie sowohl IT-Sicherheit als auch die Sicherheit der Beschäftigten an Maschinen. Für Betriebe ist deshalb die Zusammenarbeit zwischen Instandhaltung, IT und den für Arbeitssicherheit zuständigen Personen entscheidend.

1. Erst die Zugänge erfassen

Der BSI-Baustein IND.3.2, Edition 2023 beschreibt eine typische Schwierigkeit industrieller Anlagen: unterschiedliche Hersteller, lange Lebenszyklen und verschiedene parallel vorhandene Fernwartungswege. Auch als geschlossene Einheit gelieferte Anlagenteile können eigene Zugänge enthalten.

Unser Vorschlag für den Einstieg: Legen Sie je Anlage einen Eintrag an. Dokumentieren Sie den Servicepartner, den betrieblichen Ansprechpartner und den bekannten Zugangsweg. Markieren Sie ungeklärte Angaben ausdrücklich als offen. Ein unbekannter Zugang ist ein Prüfauftrag und sollte nicht stillschweigend als unproblematisch gelten.

2. Den Ablauf an einer konkreten Störung durchspielen

Nehmen Sie einen vergangenen Wartungsfall und besprechen Sie ihn gemeinsam: Wer hat den Service gerufen? Wer war vor Ort erreichbar? Was wurde verändert? Wo steht das Ergebnis? Die Antworten zeigen, welche Informationen bereits verfügbar sind und welche nur im Gedächtnis einzelner Personen liegen.

Erarbeiten Sie daraus ein kurzes Wartungsticket mit Anlass, betroffener Anlage, zuständigen Personen, vereinbartem Arbeitsumfang und Abschlussvermerk. Das ist eine redaktionelle Organisationshilfe; technische Freigaben und die Bewertung der Maschinensicherheit bleiben Aufgabe der zuständigen Fachleute.

3. Vom Dienstleister nachvollziehbare Antworten verlangen

Die folgenden Fragen eignen sich als Gesprächsleitfaden für ein Angebot oder eine Bestandsprüfung. Lassen Sie Antworten möglichst anhand Ihrer konkreten Anlage erklären:

  • Wie werden die zugreifenden Personen identifiziert, und wird Mehrfaktor-Authentisierung unterstützt?
  • Wie wird verhindert, dass ein Zugang mehr Anlagen erreicht als für den Auftrag erforderlich?
  • Wer kann den Wartungszugang freigeben und wieder beenden?
  • Welche Aktivitäten werden protokolliert, wer kann sie prüfen und wie lange werden die Daten gespeichert?
  • Was passiert bei einem Verbindungsabbruch oder einer nicht abgeschlossenen Änderung?
  • Welche Unterstützung ist nach dem Ende des Produkt-Supports verfügbar?

Das BSI nennt in seiner Empfehlung zur ICS-Sicherheit unter anderem personalisierte Zugänge, starke Authentisierung, verschlüsselte Übertragung, begrenzte Netzwerkzugriffe, zeitlich kontrollierte Freischaltung und Protokollierung. Die hier verlinkte Fassung stammt von Januar 2019. Sie dient als fachliche Grundlage, nicht als Nachweis einer aktuellen Zertifizierung oder einer vollständigen gesetzlichen Prüfung.

4. Offene Punkte mit Termin und Verantwortlichem versehen

Ein Beispiel für eine brauchbare Aufgabe lautet: „Instandhaltung klärt bis zum vereinbarten Termin mit dem Maschinenlieferanten, welche Fernwartungswege für Anlage A existieren.“ Weniger hilfreich wäre „Fernwartung sicher machen“. Das konkrete Ergebnis des ersten Auftrags lässt sich prüfen und an die IT weitergeben.

Arbeiten Sie zunächst eine repräsentative Anlage durch. Erst danach übertragen Sie das abgestimmte Vorgehen auf weitere Maschinen. So wird sichtbar, welche Angaben bei allen Anlagen gleich sind und wo herstellerspezifische Lösungen benötigt werden. Bestehende Zugänge sollten nicht ohne abgestimmten Plan verändert werden, wenn daran betriebliche Abläufe oder Wartungsverträge hängen.

Mittelstands-Check

Nutzen: Verantwortlichkeiten und Wartungsabläufe werden nachvollziehbar. Voraussetzung: Instandhaltung, IT und Maschinenverantwortliche arbeiten zusammen. Grenze: Eine ausgefüllte Liste ersetzt keine technische Prüfung. Nächster Schritt: Eine Anlage auswählen und das folgende Arbeitsblatt gemeinsam bearbeiten.

Arbeitsblatt für Ihre Bestandsaufnahme

Die folgende Vorlage ist eine redaktionelle Arbeitshilfe und kein Sicherheitsnachweis. Sie können sie ausdrucken oder in Ihre interne Dokumentation übernehmen.

Anlage / Standort: ________________________
Besprechung am: ________________________
Teilnehmende Funktionen: ________________________

Prüffrage Antwort / vorhandener Nachweis Offene Aufgabe, Verantwortlicher, Termin
Welche Fernwartungswege sind bekannt? ________________ ________________
Wer ist intern und beim Dienstleister zuständig? ________________ ________________
Wie erfolgen Freigabe und Beendigung? ________________ ________________
Wie sind Identität und Zugriffsumfang geregelt? ________________ ________________
Wie werden Arbeiten mit dem Personal vor Ort abgestimmt? ________________ ________________
Welche Protokolle und Abschlussnachweise gibt es? ________________ ________________
Wer entscheidet über Wiederanlauf und offene Restarbeiten? ________________ ________________
Was ist bei Abbruch, Störung oder Support-Ende vorgesehen? ________________ ________________

Keine Passwörter, Schlüssel oder andere Zugangsdaten in dieses Arbeitsblatt eintragen. Technische und sicherheitsbezogene Freigaben separat dokumentieren.

Beitragsbild: KI-generierte Illustration, keine Aufnahme einer realen Anlage.

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